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Publikationen
Jo Ziegler: Die Ruhr-Magier, 2008.
Der Trilogie erster Teil.
Jo Zieglers Romanwelt ist bunt und schrill, auf Vielzahl konzentriert und damit auch
dezentriert. Hier schreibt kein Dogmatiker der Linearität. Hier wird nicht eine
Geschichte mit einem Erzählstrang stranguliert. Ziegler weiß um die Vielschichtigkeit
der Welt und versucht sie in Collagen couragiert einzufangen. Ganz gleich, ob in
Wortbildern oder gemalten, gezeichneten und zusammengefügten.
Im ersten Teil der Trilogie, die eine große Revier-Chronographie der RuhrMetropole in spe
darstellt, sind drei Schmiedeknechte die Protagonisten einer Reise durch die
Boomtime des Reviers. Um 1890 mischen sie mit ihrer hedonistischen Lebensphilosophie das
Revier auf.
Wie kann eine Chronik die Linearität verlassen? werden Sie fragen.
Ganz einfach: was Sie hier in der Ruhrtrilogie vorfinden werden, ist nicht eine
Chronologiesondern eine Chronographie
der Assoziationen, Erinnerungen, Phantastereien. Nicht in der monokausalen
Eindimensionalität verfangen, sondern im Fluss des Bewusstseins durch Zeiten und
Erlebnisse, durch Erinnerungen und Fakten, Erfahrungen und Träume.
Literatur.geortet im Katakomben-Theater
Wir schreiben das Jahr 2005. Vom 7. bis zum 10. Juli
veranstaltet das Schreibhaus nach einer Idee von Karin Kress zum wiederholten
Male den Workshop
Literatur.geortet - zum Schreiben
in die Welt hinaus. Autoren begaben sich für diesen
Workshop in das Zentralantiquariat in Leverkusen, in die Weinhandlung Bodegas
Rioja in Bochum und in den botanischen Garten der Ruhr-Universität
Bochum. Vom 7. bis zum 10. Juli 2005 sind sie im Katakomben-Theater Essen
im Girardet Haus: Uri Bülbül, Josef Damberg, Friedrich Grotjahn,
Sebastian Kirsch, Karin Kress und Uli Schröder unternehmen jeder auf
seine Art einen Annäherungsversuch an ein freies Theater und lassen
sich von den Räumen, die in der Sommerpause leer und unbenutzt sind,
inspirieren. Sie sind ergriffen vom Foyer, vom Zuschauerraum und natürlich
nicht zuletzt von der leeren Bühne, die die Welt bedeuten kann,
wenn man sie zum Leben zu erwecken versteht. Es wird gespielt, gezeichnet,
geschrieben, vorgelesen und diskutiert. Uli Schröder verwandelt sich
in einen Hausmeister am Draht, der von dem Wahnsinn, es gäbe
Brandstifter im Haus, getrieben ist. Josef Damberg sieht das Feuer im Foyer, wie später
die Anthologie heißen wird, in der für die Räume entfachten
Leidenschaft. Friedrich Grotjahn geht einen Imbiss zu sich nehmen und kehrt
mit der Idee einer zwischenmenschlichen Begegnung zurück. Karin Kress
fotografiert, skizziert und notiert. Und Uri Bülbül tippt auf
einer nicht angeschlossenen Tastatur seinen Text ins Nirwana, während
Sebastian Kirsch sich an das Klavier setzt und zu musizieren beginnt. Das
ist Literatur.geortet im Katakomben-Theater und die Geburtsstunde der Texte,
die dann in einer Anthologie erscheinen. Die Dokumentation dieser Arbeit
wird nun nach vier Jahren im Internet auf unseren öffentlichen Schreibhaus-Seiten
publiziert.
 Autoren unter sich.
Von links: Josef Damberg, Uli Schröder, Friedrich Grotjahn
Die Anthologie selbst kann für 12 Euro im Schreibhaus per Email bestellt
werden und ist auch im Büro des Katakombentheaters (Kartenvorverkauf) erhältlich.
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