02.08.2010

Schreibhaus-News

Kreuzweise

Lesung im
Am Donnerstag, 26.8.2010 um 20.00 Uhr
Girardet Haus | Girardetstraße 2-38 | 45131 Essen | Am Eingang 7

Kreuzweise Bülbül liest Ziegler, Ziegler liest Bülbül

Wie hört sich das eigentlich an, wenn ein Autor seinen Kollegen liest und dieser daneben sitzt, um dann wiederum seinerseits die Texte seines Kollegen zu lesen? "Kreuzweise" ist ein Experiment, das auch dazu dienen soll, den eigenen Text mal so aus einem fremden Mund zu hören, daß man selbst darüber neu nachdenken kann. Uri Bülbül liest aus Jo Zieglers im Schreibhaus veröffentlichten Romanen, die die Ruhr-Trilogie bilden und er erzählt zugleich etwas über den Entscheidungs- und Arbeitsprozess im Schreibhaus.

Zwischen Jo Ziegler und Uri Bülbül ist aber mittlerweile längst ein Freundschaftsverhältnis entstanden, das über ein Lektor-Autor-Verhältnis hinausgeht. Da der Lektor in seinem anderen Leben auch Autor ist, muß er sich denselben Kriterien aussetzen, denen er sonst andere aussetzt. So wird aus seinem Hypertext-Roman: "Zerfahrenheit" vorgelesen und über den Reiz, einen solchen Roman zu schreiben, diskutiert.

Donnerstag, 26. August 2010, 20.00 Uhr Textzentrum-Essen







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Das Spiel mit ungeschriebenen Texten und noch zu entdeckenden Ideen...

Die Schreibhaus-Akademie auf dem Weg zum phantastischen Kosmos der Literatur.

Es ist wieder so weit...

Die Schreibhaus-Seiten bekommen ein neues Layout. Ob das etwas mit dem Jahreswechsel zu tun hat? -mit dem Jahr 2010, diesem denkwürdigen, in dem das Ruhrgebiet als die Kulturhauptstadt Europas neben Istanbul fungieren will?
Das Schreibhaus widmet ein Projekt diesem merkwürdigen Unterfangen. Wird das Kulturhauptstadtsjahr der Region zu ihrer ersehnten, erwünschten, erträumten oder einfach nur herbeigeredeten Metropolisierung verhelfen? Wird aus diesem Ballungsgebiet aus der Hochzeit der Stahlbarone, Schwer- und Rüstungsindustrie ein Großgebiet der Dienstleistungs- und Kulturindustrie? -der Verwaltung und Wirtschaft? Wird es gelingen, die zahlreichen «Hochschulen», wie Universitäten trivialisiert in dieser Gegend genannt werden, zu einem Kerngebiet der Wissensproduktion und des wissenschaftlichen Wirkens zu vernetzen? Wird es Ansätze geben, die Studentinnen und Studenten wie erwachsene und vollwertige Mitglieder der Gesellschaft zu betrachten und ihren kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Anteil am gesellschaftlichen Leben gebührend zu respektieren? Oder werden wir bei den alten Klischees bleiben, sie als spätpubärtere Krawallmacher zu betrachten, die sich einfach eine Auszeit beim Erwachsenwerden nehmen und immer nur protestieren - sei es gegen Studiengebühren, Studienordnungsänderungen, BAFÖG-Kürzungen und weiß der Teufel gegen noch was?
Jedenfalls zeichnet sich schon in etwa ab, wohin Ruhr_2010 marschieren will: ahistorische, unreflektierte Seifenblasenkultur der Leuchtturmprojekte. Rührig schreiten die Macher voran; es werden Pressekonferenzen organisiert und zahlreiche schönrednerische Statements abgegeben. Europas Kulturbeflissenheit hat ein interessantes und ein nicht untypisches Gesicht erhalten. Die Maskerade geht weiter, während der Kultur-, Wissenschafts- und Bildungsnotstand wächst. Wenn sich Literatur und literarisches Schaffen irgendwo sinnvoll verorten und verankern läßt, dann in diesen Zeiten an diesem Ort. Deshalb wird das Schreibhaus ganz unabhängig von fragwürdigen Förderungspraktiken der Kulturbürokratie mit allen literarischen und journalistischen Mitteln das Jahr begleiten und im Dezember 2010 sein Ruhr_2010-Buch als Ergebnis des Kulturhauptstadtjahres vorlegen. Kritische Autorinnen und Autoren sind herzlich dazu eingeladen, mit ihren Beiträgen an der Stärkung der kritischen Kulturarbeit mitzuwirken.

Über den aktuellen Stand des Projektes informieren wir Sie auf unseren Schreibhaus-Seiten und auf den Seiten unseres KULTURPROGRAMMs.